 Schmalzgebackenes: Klaana Kung und Ausgezogna – Kirchweihgebäck in OberfrankenWer sich aufmacht, das weite Feld der schmalzgebackenen Leckereien zu erkunden, der ist wahrhaft in Oberfranken angekommen. Denn diese köstlichen Kleinigkeiten werden in der gesamten Region mit viel Liebe und verschiedenen Prägungen zubereitet. Wenn sie auch für Fremde nicht immer ganz leicht auszusprechen sind – essen kann sie jeder! Ganz allgemein lassen sie sich unter dem Begriff „Schmalzgebäck“ zusammenfassen. Sie haben aber weitaus mehr zu bieten als das landläufige Faschings- und Kaffeegebäck. Da gibt es beispielsweise im Frankenwald die so genannten „Blöcher“. Ein Teig, der über einem Eisen gebacken wird und dadurch seine Röhrenform erhält. Die Blöcher werden vor dem Verzehr mit Schlagsahne gefüllt. „Kiechla“, „Klaana Kung“ (kleine Kuchen), „Ausgezogna“ oder „Kniekiechla“ heißt ein Schmalzgebäck, das vorwiegend zur Kirchweihzeit, der oberfränkischen „Kerwa“, für Hochzeiten oder bei Konfirmation und Kommunion zubereitet wird. Der Teig besteht aus Mehl, Eier, Milch, Butter, Zucker, Hefe, Vanillezucker und etwas Salz. Jede Teigportion wird flach gedrückt und von der Mitte nach außen zu einem kleinen runden Kuchen gezogen. Der äußere Rand bleibt dick, die Mitte dünn. Die Mitte wölbt sich beim Ausbacken in Butterschmalz nach oben. Zu guter Letzt wird das „Kiechla“ mit Puderzucker bestäubt. Andere Formen, aber ähnliche Zubereitung haben die „Polsterla“ aus Hefeteig oder die langen Spritzkuchen aus Brandteig. Schön rösch sind die „Dörrn Kiechla“, die dürren Küchlein, sie schmecken ebenfalls frisch mit Puderzucker bestäubt am besten. Dazu eine Tasse Kaffee und der Sonntagnachmittag in Oberfranken ist perfekt. |