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Spezialitäten

 

 

Krautsbraten

Produktgruppe:

an Wochentagen

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Bayreuther Krautsbraten

Bayreuther Krautsbraten

Bayreuther Krautsbraten Bayreuther Krautsbraten Bayreuther Krautsbraten

weitere Bezeichnung:

Groudsbrodn

Regionen:

Bamberg, Bamberger Land, Bayreuth, Bayreuther Land, Fichtelgebirge, Frankenwald

Beschreibung:

Ein typisches und schmackhaftes Gericht der eher sparsam orientierten oberfränkischen Alltagsküche ist der Krautsbraten. Nach ursprünglichen Rezepten aus knapp 2/3 Kraut (Weißkohl) und etwa 1/3 Fleisch und anderen Zutaten bestehend, widerlegt er die Behauptung, in der fränkischen Kulinarik spiele Gemüse nur eine Nebenrolle. Tatsächlich besitzt nämlich das Weißkraut die rühmenswerte Fähigkeit, sich in Konsistenz und Geschmack so ideal mit Brät und Speck zu einer Einheit zu ergänzen, dass man das echte Bratenstück nicht vermisst. Damit gehört auch dieses schmackhafte Gericht in die Kategorie der unprätentiösen Alltags- oder Resteessen, die hierzulande gleichwohl mit viel kulinarischer Raffinesse in eine vollwertige Mahlzeit verwandelt werden.

In leicht unterschiedlichen Zubereitungsformen ist der Krautsbraten in ganz Oberfranken verbreitet. Als besonders typisch gilt er in der Bayreuther Küche. Weitere Rezeptvariationen finden sich in Bamberg, im Fichtelgebirge oder im Frankenwald.

Wie die in der Landschlächterei typische Krautwurst vereint auch der fränkische Krautsbraten in der Mischung von Weißkraut und Hackfleischbrät einmal mehr das allgegenwärtige Grundprinzip sparsamer Haushaltsführung mit den kulinarischen Vorzügen der verwendeten Zutaten: Weißkraut - neben Kartoffeln der Gemüseklassiker der fränkischen Küche schlechthin - Hackfleischbrät und Zwiebeln ergänzen sich ideal zu einem sowohl preiswerten wie wohlschmeckenden und gesunden Gericht, das auch heute noch die Alltagsküche bereiten kann. Im Fichtelgebirge mischt man das Kraut manchmal einfach nur mit etwas grober Leberwurst, die dem Gericht einen sehr herzhaften Geschmack gibt.

Hintergrund für die Entstehung dieser im Wortsinn bodenständigen Rezeptur ist schlicht die Tatsache, dass die ländliche Küche früherer Zeiten nicht täglich Bratenstücke auf den Tisch brachte. Aus der Verarbeitung von Reststücken zu Hackfleischbrät und dem reichlich vorhandenen Weißkraut ließ sich aber dennoch ein geschmacklich vollwertiger Braten erzeugen, von dem selbst zahlreiche Familienmitglieder ein ordentliches Stück auf den Teller bekamen.

Krautsbraten wurde früher nur in der "Krautsaison" von Herbst bis ins Frühjahr zubereitet.

Aufbewahrung / Haltbarkeit:

Einen gut durchgebackenen Krautsbraten kann man ein paar Tage aufheben. Er soll danach noch besser schmecken. Zum Servieren nochmals im Ofen erhitzen.

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität im Herbst, im Winter und im Frühjahr genießen.

Genusstipp:

Kulinarisch lässt sich der Krautsbraten aufwerten, indem man das Kochwasser des Krautkopfes mit Weißwein abschmeckt und mit Gewürzen zu einer Soße verarbeitet. Andere Rezepte übergießen den Braten mit einer Mischung aus Rahm und gebratenem Speck. Dazu serviert man Salzkartoffeln.
Ein deftiger Krautsbraten kommt vor allem in Bayreuth, aber auch im Bamberger Land häufig auf den Tisch. Die bodenständige Bayreuther Gastronomie bietet ihn gerne mit Kartoffeln und Soße zum kräftigen Landbier an. In Bamberg isst man ihn mit grünen oder auch eingeschnittenen Klößen.

Rezept

fränkischer Krautsbraten
Bayreuther Groudsbrodn
Bamberger Krautsbraten
Krautsbraten nach einemRezept aus Warmensteinach

Literatur:

Reiner Benker, Birgit Ringlein, Das Bayreuther Kochbuch, Rezepte und Geschichten rund um den Gleeßtopf, Bayreuth 2006, (S. 38.)
Heinrich Höllerl, Von Bumberskraut bis Zwetschgenknödel, Oberfranken wie es kocht, Würzburg 2011, (S. 53.)

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Uta Hengelhaupt, Rezepte Birgit Ringlein, Heinrich Höllerl, Frau Rabenstein, Warmensteinach.

 

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