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Spezialitäten

 

 

Kletzenbrot

Produktgruppe:

fränkisches Kletzenbrot

fränkisches Kletzenbrot

fränkisches Kletzenbrot fränkisches Kletzenbrot (3) Früchtebrot im Anschnitt fränkisches Kletzenbrot (2) Früchtebrot

weitere Bezeichnung:

Klötzen- oder Hutzelbrot, Schnitzbrot, Birnsemmel, Früchtebrot

Regionen:

Bamberg, Bayreuth, Coburg, Fichtelgebirge, Fichtelgebirge, Frankenwald, Fränkische Schweiz, Fränkische Hassberge, Lichtenfels, Kulmbach, Kronach, Wunsiedel, Oberes Maintal - Coburger Land, Steigerwald

Offenlegungsdatum:

Kletzenbrot ist das älteste bekannte weihnachtliche Gebäck. Es wird bereits im Mittelalter gebacken.

Beschreibung:

Das Kletzen-, Hutzel- oder Früchtebrot ist ein altes Brauchtumsgebäck, das eng mit der Advents- und Weihnachtszeit verbunden ist. Ursprünglich gab man getrocknete Birnenschnitze, die sog. Kletzen oder Hutzeln in den restlichen Brotteig, der dadurch süß und saftig wurde. Findige Bäcker entwickelten dann das einfache Kletzenbrot durch Zugabe von Feigen, Datteln, Aprikosen, Nüssen, Mandeln und Gewürzen zu einer (vor-)weihnachtlichen Köstlichkeit. In kleinen Laiben gebacken wird es gerne mit abgezogenen Mandeln und kandierten Kirschen belegt. An der winterlichen Kaffeetafel, zu einem guten Tee oder einem Glas Punsch entwickelt es ein wunderbar würziges Aroma, voll Vorfreude auf die nahenden Weihnachtstage. In manchen Gegenden ist das Backen und erste Anschneiden des Kletzenbrotes zeitlich genau festgelegt.

Die kulinarische Erfindung des Kletzen-, Hutzel oder Früchtebrot erklärt sich aus dem Sparsamkeitsdenken der traditionellen ländlichen Ökonomie. So nutzte man an herbstlichen Backtagen die abfallende Ofenhitze, um auch die geernteten, reifen Birnen und andere Früchte, die sich nicht zur Einlagerung eigneten, im Ofen zu trocknen. Daraus entstand wohl die Idee, getrocknete Birnen in einem restlichen Stück Brotteig zu verbacken, der dadurch eine saftig-süße Füllung erhielt. So entwickelte sich daraus in den obstreichen Gegenden des Bamberger Landes und der fränkischen Schweiz, in denen Dörrobst meistens reichlich zur Verfügung stand, ein Brauchtumsgebäck, das aus der herbstlich-vorweihnachtlichen Zeit nicht weg zu denken ist. Aber auch in anderen Regionen Oberfrankens ist inzwischen das Kletzen- oder Früchtebrot zuhause. Wegen seiner langen Lagerfähigkeit läßt es sich schon im Spätherbst backen und bis zum Weihnachtsfest aufheben. Wie bei den Lebkuchen und Stollen wird der Teig durch diese lange Lagerung erst richtig saftig und die beigemischten Gewürze entfalteten ihr volles Aroma.
Manchmal findet sich auch heute noch der Brauch, als Backtag für das Kletzenbrot den 30.11., also den Festtag des hl. Andreas zu wählen. Dieser Tag bezeichnet im ländlichen Brauchtum ein Datum, mit dem man sich zum Abschluss der Feld- und Gartenarbeit wieder verstärkt den häuslichen Arbeiten und Pflichten zuwandte. Häufig wurde er auch als Hochzeits- oder Verlobungstag gewählt. Die reiche Fruchtzugabe, vor allem aber die Laibform des Brotes, die einem kleinen Wickelkind ähnelte, identifizieren dieses auch als ein Fruchtbarkeitssymbol. Der erste Anschnitt des Kletzenbrotes erfolgt dann am Heiligabend oder 1. Feiertag (Stephanstag) und wurde oft besonders zelebriert.
Kletzenbrote gehören zu den traditionellen Geschenken an Kinder, Verwandtschaft und Nachbarschaft sowie zu den Verlobungsgeschenk unter Brautleuten. Natürlich wurde nachfolgend das rituelle Anschneiden des Brotes mit verschiedenen Orakeln belegt. War der Anschnitt rau, so stand ein raues und bewegtes Jahr bevor; war er dagegen glatt, so wurden Glück und Wohlstand vorhergesagt. Unter Verlobten konnte der raue Anschnitt auch auf eine Absage des Eheversprechens hindeuten, ein glatter Schnitt dagegen versprach eine harmonische Ehe.
Manchmal erhielten auch die Tiere ein Stück Kletzenbrot als „Maulgabe“. Dies sollte Glück im Stall für das kommende Jahr zusichern.

Aufbewahrung / Haltbarkeit:

Kletzenbrot hält eine lange Zeit frisch. Am besten schmeckt es, wenn man es vor dem ersten Anschnitt mehrere Wochen ruhen läßt. Aufbewahrt wird es am besten in Pergament oder einer Folie verpackt.

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität im Winter, zu Weihnachten und an Sylvester genießen.

Genusstipp:

Kletzenbrot schmeckt zu Kaffee und Tee oder stilecht auch zu einem Glas Punsch. In der Erinnerung bleiben weihnachtliche Tage, an denen man sich nach langen, erholsamen Spaziergängen an der Familientafel bei einem warmen Getränk und einem köstlichen Stück Kletzenbrot in gemütlicher Runde trifft.

Rezept

Kletzenbrot
Hutzelbrot

Literatur:

http://www.food-from-bavaria.de; Spezialitätenland Bayern; Artikel "Kletzenbrot"
Kerstin Rentsch, Essen hält Leib und Seele zusammen, Tettau 2010 (S. 50.)

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Uta Hengelhaupt

 

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